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Mit KI den Umsatz steigern? 30 Tage KI-Assistent in einem Schweizer Onlineshop

111 Artikel für CHF 6'316 im Warenkorb, 61 % der Gespräche ausserhalb der Öffnungszeiten: 30 Tage KI-Assistent von saldiaSearch in einem Schweizer Shop.

Lorenz Schmid Lorenz Schmid Aktualisiert am 8 Min. Lesezeit
Mit KI den Umsatz steigern? 30 Tage KI-Assistent in einem Schweizer Onlineshop

«Mit KI den Umsatz steigern» – das verspricht im Moment fast jede Software für Onlineshops. Belegt wird es selten. Wir wollten es genauer wissen und haben nachgezählt: 30 Tage, ein Schweizer Onlineshop, ein KI-Assistent. Hier steht, was dabei herausgekommen ist. Und auch, was wir noch nicht messen können.

Seit Mitte August berät der KI-Einkaufsassistent von saldiaSearch die Kundschaft eines Schweizer Fachhändlers für Modellbau und RC-Modelle. Der Händler hat ein eigenes Ladengeschäft und verkauft online auf Deutsch und Französisch. Der Assistent berät dort im Chat, springt in der Suche ein, schlägt im Warenkorb passendes Zubehör vor und zeigt auf ausverkauften Produktseiten Alternativen, die verfügbar sind. Wie er funktioniert, steht im Beitrag zum Start des KI-Assistenten. Hier geht es um die Wirkung, gemessen vom 22. August bis 20. September 2026.

Die Zahlen auf einen Blick

30 Tage, ein Shop Wert
Artikel, die über KI-Empfehlungen in den Warenkorb kamen 111
Warenwert dieser Artikel CHF 6'316
Beratungsgespräche im Chat 883, mit 2'087 selbst geschriebenen Fragen
Gespräche ausserhalb der Öffnungszeiten 61 %
Klicks auf empfohlene Produkte 1'147

Eine dieser Zahlen müssen wir sofort einordnen, weil sie am meisten nach Umsatz aussieht: Die CHF 6'316 sind kein Umsatz. Es ist der Preis, der auf der Produktkarte stand, als jemand auf «In den Warenkorb» geklickt hat. Ob der Warenkorb danach bezahlt wurde, messen wir heute noch nicht. Wir arbeiten daran, abgeschlossene Bestellungen zuzuordnen, und reichen die Umsatzzahl nach, sobald sie belastbar ist.

Beratung, wenn der Laden geschlossen ist

Die Zahl, die uns am meisten überrascht hat, hat nichts mit dem Warenkorb zu tun: 61 % der Gespräche fanden statt, während das Ladengeschäft geschlossen war. Vor der Öffnung, über Mittag, abends, nachts und am Sonntag. Am meisten los ist am Wochenende und abends zwischen 21 und 22 Uhr.

Das ist genau die Zeit, in der niemand im Laden steht, niemand das Telefon abnimmt und eine E-Mail frühestens am nächsten Morgen beantwortet wird. Wer um halb zehn am Abend wissen wollte, ob eine Karosserie auf sein Chassis passt, bekam bisher keine Antwort. Ob er am nächsten Tag nachgefragt hätte oder weitergezogen wäre, wissen wir nicht. Jetzt bekommt er eine Antwort, mit passenden Produkten aus dem Sortiment.

Und die Kundschaft nutzt das: 883 Gespräche mit 2'087 Fragen, die sie selbst geschrieben hat. Das sind im Schnitt mehr als zwei Fragen pro Gespräch. Die Leute fragen nach, grenzen ein und vergleichen, so wie im Laden.

Drei echte Fragen

Drei Gespräche aus dem Messzeitraum, gekürzt:

Frage: Passt die Karosserie auf mein TT-02-Chassis? Ich habe das Tamiya-Kit Porsche 911 GT3 R.

Antwort: Laut Katalog ist diese Karosserie für ein anderes Chassis gebaut, für den TT-02 braucht es eine TT-02-Karosserie.

Die Frage ist geklärt, bevor etwas bestellt wird, das nicht passt. Danach zeigt der Assistent zwei Porsche-Modelle für den TT-02, eines davon wird angeklickt.

Frage: Gibt es das Spektrum-Ladegerät auch günstiger?

Antwort: Zeigt zwei günstigere Spektrum-Ladegeräte und fragt, ob ein Einzel- oder ein Doppellader gewünscht ist.

Gewünscht ist ein Doppellader. Zwei Antworten später zeigt der Assistent ein passendes Doppel-Ladegerät, und es kommt für CHF 199.90 in den Warenkorb. Aus einer Preisfrage wurde ein Artikel im Warenkorb, weil jemand zurückgefragt hat.

Frage: Passt die Skid-Platte hinten auf einen Arrma Typhon TLR Tuned?

Antwort: Kann die Passform für dieses Modell nicht bestätigen und zeigt stattdessen eine Skid-Platte, die für die ARRMA-6S-Modelle gemacht ist.

Das dritte Beispiel ist uns das wichtigste. Der Assistent sagt nicht einfach «ja», um zu verkaufen. Was er aus dem Katalog nicht belegen kann, bestätigt er nicht, und zeigt stattdessen, was nachweislich passt. Der Vorschlag wird angeklickt.

Dahinter steht eine Regel, die wir bewusst so gebaut haben: Der Assistent empfiehlt nur Produkte aus dem Katalog des Shops, die verfügbar sind. Preise und Verfügbarkeit stehen auf den Produktkarten, nicht im Text der Antwort.

Wo die Empfehlungen wirken

Der Assistent begegnet der Kundschaft an fünf Stellen im Shop, und sie tragen sehr unterschiedlich bei:

Wo Klicks In den Warenkorb Warenwert
Im Warenkorb (passendes Zubehör) 371 89 CHF 3'468
Auf ausverkauften Produktseiten (verfügbare Alternativen) 356 12 CHF 2'371
Im Chat (Produktkarten in den Antworten) 201 10 CHF 477
In der Suche (bei null Treffern und im leeren Suchfenster) 219 – –
Total 1'147 111 CHF 6'316

Die fünfte Stelle ist die Zeile «Frage zu diesem Produkt?» auf jeder Produktseite. Über sie wurde der Chat 470-mal geöffnet, mit dem Produkt bereits als Kontext.

Im Warenkorb: die meisten Artikel

89 Artikel für CHF 3'468 kamen über die Vorschläge im Warenkorb dazu. Die Klickrate liegt bei 3,4 %: So viele der angezeigten Vorschläge wurden angeklickt. Und es ist nicht nur Kleinzeug zum Aufrunden. Darunter waren auch komplette Modelle, etwa ein Buggy von Tamiya und ein Monster-Truck von Traxxas, beide für über CHF 400.

Auf ausverkauften Seiten: der höchste Wert pro Artikel

Eine ausverkaufte Produktseite ist eine Sackgasse: Wer dort landet, wollte etwas kaufen und findet keinen Kaufen-Button. Genau dort zeigt der Assistent Alternativen, die verfügbar sind. 356 davon wurden angeklickt, 12 Artikel kamen in den Warenkorb, zusammen für CHF 2'371. Das sind fast CHF 200 pro Artikel, mehr als an jeder anderen Stelle.

Der teuerste Artikel des ganzen Monats kam genau so in den Warenkorb: ein Vollmetall-Bagger im Massstab 1:18 für knapp CHF 1'000, vorgeschlagen auf der Seite eines ausverkauften Produkts.

Im Chat: zuerst die Beratung

Direkt in den Warenkorb bringt der Chat am wenigsten: 10 Artikel für CHF 477. Das schreiben wir so offen hin, weil es zu seiner Rolle passt. Im Chat wird geklärt, verglichen und nachgefragt, und nicht jedes Gespräch endet mit einem Klick auf «In den Warenkorb». Das Ladegerät aus dem zweiten Beispiel zeigt, wie es aussieht, wenn es doch passiert.

In der Suche: Vorschläge statt einer leeren Seite

Findet die Suche nichts, schlägt die KI passende Produkte vor. Im noch leeren Suchfenster zeigt sie Vorschläge zu den zuletzt angesehenen Produkten. Beides zusammen ergab 219 Klicks.

94 % der Anfragen kamen von Bots

Eine Zahl aus dem Messzeitraum gehört in jede Diskussion über KI im Onlineshop: In den letzten zehn Tagen kamen 94 % aller Anfragen nach KI-Empfehlungen von automatisierten Programmen, 241'661 von 257'907. Darunter sind die KI-Crawler grosser Plattformen, die Seiten systematisch abrufen.

Der Assistent erkennt sie und antwortet ihnen nicht. Sie verbrauchen also keine KI-Antworten und stecken in keiner Zahl dieses Beitrags. Wer einen KI-Assistenten ohne eine solche Erkennung betreibt, riskiert, für jede dieser Anfragen zu bezahlen, und liest in seiner Statistik Werte, die zum grössten Teil von Maschinen stammen.

Also: Steigert KI den Umsatz?

Die ehrliche Antwort nach 30 Tagen hat drei Teile:

  • Belegt ist, dass die Empfehlungen Artikel in den Warenkorb bringen: 111 Stück für CHF 6'316 in einem einzelnen Shop. Und das in einem Monat, in dem die Empfehlungen im Warenkorb, auf ausverkauften Seiten und in der Suche an rund vier Tagen wegen einer technischen Störung bei uns weitgehend ausgefallen sind. Die Zahlen sind also eher zu tief.
  • Ebenso belegt ist, dass die Kundschaft den Assistenten vor allem dann nutzt, wenn sonst niemand antworten kann. Beratung ist im Onlineshop nicht mehr an Öffnungszeiten gebunden.
  • Noch offen ist, wie viel davon am Ende bezahlt wurde. Diese Zahl liefern wir nach, sobald wir abgeschlossene Bestellungen sauber zuordnen können.

Was du für deinen Shop mitnehmen kannst

Einige Lehren aus diesen 30 Tagen gelten unabhängig davon, welches Werkzeug du einsetzt:

  • Berate dort, wo die Frage entsteht. Im Warenkorb, auf der ausverkauften Seite, auf der Produktseite. Nicht in einem Fenster, das sich von selbst öffnet: Dass solche Popups schlecht abschneiden, haben wir schon im August gemessen und unser eigenes deshalb abgeschafft.
  • Ausverkauft ist keine Endstation. Wer auf einer ausverkauften Seite landet, will kaufen. Eine verfügbare Alternative genau an dieser Stelle war in unserer Messung die wertvollste Empfehlung pro Artikel.
  • Deine Öffnungszeiten sind die Lücke. Schau nach, wann deine Kundschaft einkauft. Wenn das abends und am Wochenende ist, hat sie ihre Fragen genau dann, wenn niemand antwortet.
  • Zähle Klicks, nicht Impressionen. Bei 94 % Bot-Anteil sagt eine Impressionszahl wenig. Aussagekräftig ist, was Menschen anklicken und in den Warenkorb legen.

So liest du die Zahlen

  • Zeitraum: 22. August bis 20. September 2026, ein Shop mit einer deutsch- und einer französischsprachigen Storefront. Ein Shop und ein Monat: Die Zahlen zeigen, was bei diesem Händler passiert ist, und sind keine Zusage für andere Sortimente.
  • Warenwert: der Preis auf der Produktkarte beim Klick auf «In den Warenkorb». Kein Umsatz.
  • Gespräch: der Chat-Verlauf eines Besuchers an einem Tag, mit mindestens einer selbst geschriebenen Frage. Automatische KI-Antworten bei Suchen ohne Treffer zählen nicht als Gespräch. Gezählt wird ohne Cookies; ein Besucher wird nur am selben Tag wiedererkannt.
  • Klicks: Jedes empfohlene Produkt zählt pro Besucher und Tag einmal. Die Klickrate ist der Anteil der angezeigten Produkte, die angeklickt wurden.
  • Öffnungszeiten: die tatsächlichen Öffnungszeiten des Ladengeschäfts, in Schweizer Zeit. Alle übrigen Zeiten zählen als «geschlossen».
  • Störung: Vom 11. September (früh) bis 15. September (Vormittag) fielen die Empfehlungen im Warenkorb, auf ausverkauften Seiten und in der Suche weitgehend aus. Diese Tage sind enthalten.
  • Bots: Die Zahlen beruhen auf Klicks, Gesprächen und Warenkörben echter Besucherinnen und Besucher. Der Bot-Anteil von 94 % bezieht sich auf die letzten zehn Tage des Zeitraums.

Der KI-Assistent für deinen Shop

Der KI-Assistent gehört zu saldiaSearch und ist in jedem saldiaShop mit saldiaSearch eingeschaltet; du bezahlst ihn nach Nutzung, ohne Abo. Was der Assistent in deinem Shop bewirkt, siehst du jederzeit selbst im Backend unter «KI-Empfehlungen»: pro Platzierung Klicks, Warenkorb-Zulagen und Warenwert, für 7, 30 oder 60 Tage.

Wenn du es ausprobieren möchtest, melde dich bei uns. Wir schalten es für deinen Shop frei.

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